Im selbst ausgebauten Minicamper (58) nach Italien/Toskana (6/16): Magisches, zauberhaftes Anghiari – Wir finden einen Traum-Stellplatz innerhalb der alten Stadtmauern.

Freistehen in der Toscana in Anghiari by Birgit Strauch

Heute war ich so froh, als die Fahrt ein Ende hatte.

Wir sind morgens am Po schon im Regen gestartet. Eigentlich gar nicht so schlimm, so ein bisschen Regen. Aber bei der Fahrt über die Berge Richtung Anghiari nahmen die Wassermassen zu, dazu die vielen Baustellen und die engen Straßen, langen Tunnel und vor allem die rasenden Italiener mit ihren halsbrecherischen Überholmanövern, kosteten mich meine ganze Kraft.

Mein Reiseführer für die Toscana:

Toscana Reiseführer Michael Müller Verlag: Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps.

In ihm habe ich vor allem schon vor der Reise ausgiebig geschmökert. Ich mag ja eher die kleinen Plätze. Die, die im Reiseführer nur ein kleines Kapitel einnehmen und nicht ganze Seiten. Dort, wo es eher mal einsam ist. Macht total Lust auf die Gegend, wunderschön geschrieben. Und besonders die Tipps zum Wandern waren hilfreich. Kann ich wirklich nur empfehlen! Natürlich hole ich mir unterwegs auch viele Infos vom Handy, Karten, Sehenswürdigkeiten, aber dieses Gefühl für eine Gegend kann wohl nur ein guter „Bericht“ oder ein Buch vermitteln.

Park4Night

Wenn Du als Camper unterwegs bist, dann wirst Du diese App kennen. Meine Erfahrungen mit ihr sind zwiegspalten. Vielleicht sind meine Erwartungen zu hoch oder meine Wünsche an einen Stellplatz zu speziell oder die Ecken, wo ich gerne übernachten wollen würde nicht angesagt genug. Aber hin und wieder nutze ich sie, wenn ich nicht selber suchen mag. Und sie gibt einem in der Fremde ein wenig Sicherheit, wenn man das Gefühl hat, ein Ziel sicher zu haben, wo man sich abends ausruhen kann.

Minicamper Stellplatz in Anghiari by Birgit Strauch
Kostenloser Parkplatz für Wohnmobile nahe dem Zentrum von Anghiari

Für Anghiari empfahl die App Park4Night einen Parkplatz unweit des Zentrums. Und den steuerte ich jetzt an, denn ich war fix und fertig von dem anstrengenden Regen und der volle Konzentration brauchenden Fahrt. Aber der Anblick der alten Stadtmauern, ließ mich all die Anstrengung vergessen und mein Entdeckergeist erwachte ganz schnell wieder zu neuem Leben. Nur als ich den Parkplatz, also meinen voraussichtlichen Schlafplatz für die Nacht, erreichte war ich wenig begeistert. Ja klar, hier konnten Wohnmobile stehen und es waren, ich glaube, schon 8 Stück da, aber gemütlich war es hier so gar nicht. Ich stellte meinen Minicamper erst mal ab und beschloss die Stadt zu erkunden! Und der erste Eindruck war trotz fehlender Sonne: Hammermäßig!!!

Wir treiben durch die verwunschenen Gassen von Anghiari

Enge Gassen, kleine Lokale und Geschäfte, niedliche Wohnungen und Fenster, alles so verwinkelt und trotz der frühen Jahreszeit schon überall Blumen. Ich war ganz verzaubert. So etwas Schönes zu sehen, hatte ich mir erhofft auf meiner Italienreise!

Es ist früher Abend und sehr bewölkt, darum erscheinen die Bilder etwas düster. Ich mochte genau diese Atmosphäre, so waren wenig Touristen auf der Straße und es lag noch mehr von dieser Mittelalterstimmung in der Luft. Wie es wohl damals war, hier zu leben?

Und plötzlich fuhr dieser Italiener in seinem alten Wohnmobil, breit grinsend, an mir vorbei:

Ich kenne diesen Gesichtsausdruck gut. Wenn man etwas entdeckt hat und dort hin will. Wenn man siegessicher sich auf den Weg begibt, ein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ich wunderte mich, wo er in diesen engen Gassen mit dem Wohnmobil denn hin wollte und dann sah ich diesen Parkplatz, der innerhalb der Stadtmauern gelegen, aber von herrlichen, terrassenförmig angelegten Obstgärten, umgeben war. Was für ein Traum! Und dazu dieser Blick ins Tal und auf die alten Gebäude von Anghiari. Nun war klar, wo ich die Nacht verbringen würde und auch auf meinem Gesicht erstrahlte ein siegessicheres Grinsen, als ich meinen Dokker Minicamper holte und tatsächlich direkt vor dem alten Italiener, mit seinem Totenkopf vorne in seinem Wohnmobil, einparkte. Das würde eine wunderbare Nacht werden und ein magisches Erwachen am nächsten Morgen!

Traumstellplatz zum Freistehen in Anghiari

Hier seht ihr der Parkplatz, er ist ganz im Süden von Anghiari. Der beste Platz ist natürlich in der ersten Reihe, hier hat man einen freien Blick in die Ebene und außerdem ist die Straße vorne eine Sackgasse, hier fährt niemand an einem vorbei.

Zum Sonnenaufgang, man schaut hier gen Osten, sah es dann so aus:

Und noch ein paar Eindrücke von diesem Plätzchen. Hier hätte ich mir gewünscht, nicht nur in Urlaub zu sein, sondern in meinem Minicamper zu leben. Einfach hier bleiben. Dieser Ort regte mich zum Schreiben an, ich fühlte mich einfach glücklich, fast euphorisch. Ich hätte Lust gehabt einzutauchen, in diese Stadt und nicht nur als flüchtiger Gast, ein paar Spaziergänge durch die alten Gassen zu machen.

Innerhalb der Stadt ist außerhalb der Parkplätze überall Halteverbot und für Wohnmobile ist es einfach zu eng. Auch dieses Wohnmobil (Bild unten) musste in der schmalen Gasse drehen. Die Einwohner wissen schon, warum sie diese winzigen Autos fahren, wie der gelbe, der kaum in den Vorgarten passt.

Ich machte mit Arya einen Morgenspaziergang auf der Suche nach einem Bäcker durch Anghiari. Diese Brötchen oder Kringel hier, zwar teuer, fast drei Euro für zwei Stück, waren so was von lecker! Auch gab es hin und wieder ein paar Sonnenstrahlen und die ersten Katzen waren auch schon/noch wach.

Wenn man an der alten Stadtmauer entlang geht, dann führt ein Gang mit Blick auf den alten Brunnen, eine alte Quelle, durch die Kellergewölbe. Diese Keller sind einfach offen und sozusagen Teil des Weges an den alten Stadtmauern entlang.

Warst Du schon mal in Italien? Wo hat es Dir besonders gut gefallen? Bist Du mit dem Camper unterwegs? Ich freue mich, wenn Du etwas in den Kommentaren teilst!

Hilfreiche Tipps zum Minicamper Leben, findest Du auf meiner Packliste für Minicamper Touren.

Hier habe ich, je nach Jahreszeit zusammen gestellt, was ich auf meinen Touren mit dabei habe. Wie z.B. den Kocher, Toaster, Kühlbox, Power-Station, Tarp, Beleuchtung, Hängematte…

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Unser ganzes Italien-Abenteuer:

Im selbst ausgebauten Minicamper (53) nach Italien (1/16): Erster Halt in Oberammergau – Dirndl, stille Glocken und Berge überall

Im selbst ausgebauten Minicamper (54) nach Italien (2/16): Partnachklamm – ein Wildbach durch eine enge Schlucht, was für ein Naturschauspiel!

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Im selbst ausgebauten Minicamper (58) nach Italien/Toskana (6/16): Magisches, zauberhaftes Anghiari – Wir finden einen Traum-Stellplatz innerhalb der alten Stadtmauern.

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