Peru (9/13) – Uros: Eine Nacht auf einer Schilfinsel bei Freddies Familie. Wir fischen, spielen Volleyball & es ist toll.

Fischen Uros Schilfinsel Übernachtung by Birgit Strauch Shiatsu & Bewussstseinscoaching

Die nette Frau der Reiseagentur Titicaca for you (Jr. Lima 325), bei der ich in Puno am Tag zuvor eine Tour zu den Uros gebucht hatte, begleitete mich bis zum Bootsanleger und wartete dort mit mir, auf Freddy und seine Frau. Ich fuhr mit den Beiden bis zu einer kleinen Insel im Titicaca See aus Stein, wo Feste abgehalten werden, und konnte dort ein paar Bilder machen. Von dort ging es dann auf meine Schilfinsel und zu meiner Gastfamilie, wo ich heute Nacht bleiben würde.

Freddy erzählte mir, wie die Inseln gebaut werden, mit Seilen verankert, und alle paar Jahre wieder erneuert werden müssen. Viele der Leute, die hier leben leider unter Rheuma, durch die ständige Kälte. Der Titicacasee, auf dem die Uros schwimmen, befindet sich 3812 Meter über dem Meeresspiegel. In der Sonne ist es so heiß, dass meine Nase fast verbrannte und schon abends wird es eiskalt und ich habe trotz zwei Hosen und mehreren Pullovern gefroren. Die Familien, die auf den Uros gehen fischen, manchmal jagen und leben heute oft vom Tourismus. Dabei wird darauf geachtet, dass die Inseln reihum an die Reihe kommen, um Gäste zu beherbergen.

Natürlich kaufte ich von meiner Gastschwester ein besticktes Tuch und einen Kissenbezug. Vielleicht zahlte ich ein paar Euros mehr, als in einem Laden. Aber ich habe gesehen, wie sie stickte und für ihre stundenlange Arbeit, war der Preis den ich bezahlte noch zu wenig. Ich hatte viel Spaß mit der Familie, besonders die Kinder suchten meine Nähe, aber nicht aufdringlich. Wir fuhren zusammen mit dem kleinen Motorboot raus, ein Fischernetz auslegen und abends spielten wir Volleyball. Ich hätte nicht gedacht, dass das auf einer Schilfinsel möglich ist. Der Boden ist schön weich aus trockenem Schilf und tagsüber in der Sonne kann man herrlich darauf rumliegen oder barfuß darüber laufen.

Meiner Gastfamilie war es wichtig, mich in einem der Schilfboote eine kleine Runde an den anderen Inseln vorbei zu rudern. Ich gönnte es ihnen, denn so verdienten sie auch noch mal 5 € an mir. Allerdings macht so eine Bootsfahrt eher Spaß mit mehreren Leuten und ich wollte auch gerne die Schilfinsel noch ein wenig genießen, was ich danach auch tat.

Nachmittags fahren wir zum fischen! Das war richtig spannend für mich. Ich gehe selber gerne angeln. Allerdings wir legten ein Netz aus, dass dann am nächsten Morgen eingeholt werden würde. Und Freddies älterer Sohn erklärte mir, wie ich aus einer Schilfschlinge eine Art Falle für den Fisch bauen konnte, aber ob das hier in dem ziemlich leer gefischten Titicacasee funktionierte? Und ich erlebe, was für eine Mühe es ist, vom Boot aus mit der Sense das Schilf zu schneiden.

Ich habe wunderbar geschlafen, allerdings war ich froh, meinen dünnen Daunenschlafsack noch unter den Decken benutzen zu können. Am nächsten Morgen türmten sich Gewitterwolken am Horizont und ich lies meinen Gastvater alleine raus fahren, das Fischernetz einholen, in dem sich fünf kleine Fische verirrt hatten. Natürlich kam er in den eisigen Regen, aber er konnte sich umziehen, während ich meine Sachen trocken brauchte, denn später würde ich noch mit einer Gruppe auf die Insel Amantani fahren.

Das Frühstück nahm ich mit den Kids zusammen ein. Es gab Coca Tee und ein frittiertes Brot. Die Kinder aßen dazu noch Kekse und taten unglaublich viel Zucker in den Tee. Sie waren beide ein wenig rundlich. Ich denke, dass die Ernährung hier hauptsächlich aus Mehl, Zucker und Fisch besteht, weniger frischem Obst und Gemüse. Obwohl ein paar Pflanzen auf der Insel wuchsen. Hühner gab es lustigerweise auch auf der Insel.

Auch hatte ein reicher, ich glaube Japaner, den Bewohnern der Uros Solaranlagen spendiert. Für jede Insel der etwa 80 Inseln eine. Er kam dazu, weil er mitbekommen hatte, dass immer mal wieder eine Insel abbrannte, weil sie trotz Schilf mit offenem Feuer kochten. Auch auf meiner Insel stand noch so ein kleiner Keramikofen. Feuer und trockenes Schilf so nah beieinander, das birgt wirklich eine große Gefahr.

Gegen Mittag bringt mich Freddy auf eine andere Schilfinsel, wo ich auf meine Touristengruppe treffe, mit der ich dann weiter nach Amantani fahre. Als ich dort eintreffe und die vielen Leute sehe, die gleichzeitig die kleine Insel erkunden, bin ich so dankbar, über meine Nacht alleine, mit meiner Gastfamilie hier auf dem Titicacasee, auf meiner kleinen Schilfinsel.

 

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