Peru (2/13) – Huacachina: Oase, Dünen, Sandbuggys, Hexenkult und eine 7-köpfige Palme.

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Von Lima aus ging es mit dem Bus in etwas mehr als 4 Stunden nach Huacachina. Ich wollte erst mal ankommen in Südamerika und habe mir nach Lima ganz bewusst einen sehr touristischen, aber kleinen Ort ausgewählt. Mit einer Höhe von 100 Metern ragen die Dünen wie kleine Berge hinter der Oase hervor. In Ica am Busbahnhof fand ich ganz unkompliziert ein ein Taxi und schon in Ica konnte man einen Blick auf die riesige Düne hinter der Stadt erhaschen. Es folgte noch eine kurze Fahrt und als wir um eine Kurve bogen eröffnete sich der Blick auf die kleine Oase Huacachinea. Ich mochte den kleinen Teich mit seinem weißen Storch, der hier ganz alleine zu leben schien. Zwar war der Minisee ein wenig klein und zu flach zum Baden oder Bötchen fahren, aber am Ufer unter den schattigen Palmen sitzen, relaxen und auf das Wasser gucken, das war schon schön.

Ein wenig Pech hatte ich allerdings mit meiner Unterkunft. So etwas passiert, wenn man im Internet vorausbucht, anstatt sich einfach vor Ort treiben zu lassen und dem Universum die Chance gibt, einem das Beste herauszusuchen (nächstes Mal!). Das El Boulevard war zwar ganz modern und offensichtlich neu renoviert, mit einem großen Bad und WiFi. Auch die Besitzer waren sehr nett. Außerdem gab es einen kleinen Innenhof mit Tischen und Stühlen, aber auf dem Nachbargrundstück wurde gebaut, grrrr. So konnte ich durch den Baulärm weder den Innenhof nutzen, noch ausschlafen. Aber wenn Du das liest, wird sicher fertig gebaut sein und dann kann ich das El Boulevard wirklich empfehlen.

An meinem ersten Morgen wachte ich schon um 5.00 Uhr auf und wollte unbedingt einen Spaziergang zum See und den Dünen machen. Ich liebe die Morgenstimmung. Aber es war gar nicht so einfach aus dem Hostal zu kommen. Alle Türen waren verschlossen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich einen jungen Mann wecken konnte, der im Restaurant vor der Haupttür schlief und mich dann ein wenig verständnislos kopfschüttelnder Weise hinaus lies.

Und natürlich machte ich eine von den Sandbuggyfahrten, die hier überall angeboten wurden. Das ist ein Muss!!! Es macht irre viel Spaß über die Dünenkämme zu fliegen, dann den Abhang hinunter zu sausen und sich wieder nach oben zu quälen. Ein paar Mal sind wir stecken geblieben, aber das Ausbuddeln war schon Routine und ging schnell. Einmal hatte ich kurz Angst, der ganze Buggy würde seitlich umkippen, aber in letzte Minute richtete er sich wieder auf. Unser Fahrer war einfach gut. Mit bis zu neun Leuten sitzt man in einem Buggy und kann bei einem der Fotostopps auch mit einem Sandboard die Düne hinuntersausen. Mein Sohn hätte das vielleicht gemacht, aber ich nutze die Zeit lieber, ein wenig von der Stille und der Weite der Wüste in mich aufzunehmen.

Ja, es ist sehr touristisch hier, aber die Wüste ist groß genug, um abseits des Trubels die Weite genießen zu können. Und wie eigentlich überall, sind die Morgenstunden, wenn vor allem die feiernden, jungen Leute noch schlafen, der beste Moment, um ganze Landstriche für sich alleine zu haben. Ich stehe besonders auf Reisen immer gerne zu Sonnenaufgang auf und es lohnt sich sehr!

In Cachiche gibt es einen kleinen Park, der an den Hexenkult erinnert. Das wollte ich mir ansehen. Also vereinbarte ich mit einem Taxifahrer einen Preis und los ging es. Aber wirklich viel zu sehen gab es nicht. Ein paar Jungs lungerten herum, die sich gerne als Reiseführer etwas dazu verdient hätten, aber dazu reichte mein Spanisch leider noch nicht aus. Daraufhin fuhr der Taxifahrer noch an einen Platz in Ica, der ganz nett war, aber leider nicht den Weg wert. Dann zeigte er mir allerdings noch die Siebenköpfige Palme und die hingegen fand ich echt sehenswert.

Das einzige Mal in Peru, wo ein Taxifahrer versuchte, mich zu bescheißen:

Auf dem Rückweg lies mein Fahrer mich dann in Huacachina nicht am Taxistand aussteigen, sonder in einer ruhigen Seitengasse und verlangte einen dreifach hohen Preis. Ich hatte mir schon überlegt, dass ich ihm die Hälfte mehr zahlen werde, für den kleinen Umweg, den er gemacht hat. Und genau das tat ich dann auch, ich drückte ihm das abgezählte Geld lachend in die Hand und meinte ganz freundlich, das könne er bei jemand anderem versuchen und stieg aus. Und siehe da, auch er war nicht sauer, sondern verabschiedete sich ganz normal. Für solche Gelegenheiten ist es immer gut, genügend Kleingeld dabei zu haben, denn in diesem Fall hätte ich sicher kein Wechselgeld zurück bekommen.

Buchempfehlungen für Peru:

Peru, Bolivien (Reise Know How Reiseführer)

Stefan Loose Reiseführer Peru, Westbolivien: mit Reiseatlas

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