Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (3): Nationalpark unteres Odertal – Begegnung im Tal der Liebe, Krecik -mein erstes polnisches Wort & eine Nacht unter polnischen Anglern an der Oder.

Entlang der Oder in Polen by Birgit Strauch

Das Tal der Liebe

Ja, wirklich eine Liebe zu diesem spannenden Fleckchen Erde entwickelte sich bei meinen glaube ich insgesamt vier Besuchen auf diesem Trip. Warum ich viermal dorthin fuhr? Das erste Mal fuhr ich hier durch auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht, habe aber nicht so recht, also auf den ersten Blick gefunden was ich suchte und bin dann zurück zum Parkplatz am Hang auf die deutsche Seite. Am nächsten Tag kam ich zurück, um mir tatsächlich das Tal der Liebe anzusehen. Niedlich, herrlich zum Wandern oder auch einfach nur um an der Donau zu stehen und aufs Wasser zu gucken. Es gibt einen schattigen Parkplatz, mit Mülleimer, Spielplatz und nun ja mit einem lustigen polnischen Bewohner. Erst freute ich mich über die Begegnung mit dem älteren Herrn und seinem Hund namens Krecik, was kleiner Maulwurf bedeutet. Er sprach ganz gut deutsch und irgendwie dachte ich auch, wenn er hier sitzt, dann ist auch mein Auto auf diesem schattigen, aber auch einsamen Parkplatz sicher. Und dann kamen auch noch ein paar Kumpels von ihm und die Truppe machte sich eine gemütliche Zeit dort auf dem Spielplatz mit ihrem Bier. So weit alles fein und ich sah mir derweil Adam und Eva an.

Tückische Einbahnstraße

Wenn man dann bei Adam und Eva, also von dem Parkplatz aus von Zaton Dolna Richtung Krajnik Dolny, Richtung der Brücke nach Schwedt fährt, so fährt man auf der schmalen Uferstraße, einer Einbahnstraße. Die ist irgendwie befestigt & geteert, aber man merkt, schwere Autos würden sie auf Dauer beschädigen, drum nur bis 2,5 Tonnen. Hier entdeckte ich einen wirklich schönen Stellplatz, zwar an der Straße, aber hier fährt ja kaum jemand lang und mit herrlichem Blick auf die Oder:

Ich verbrachte hier Nachtmittags mehrere Stunden, da er schön im Schatten lag und als dann die Sonne rum kam, war es auch Zeit eine Freundin hier in der Uckermark zu besuchen. Abends wollte ich dann hierher zurück kehren.

Und ich kam direkt zum Sonnenuntergang zurück. Natürlich bin ich wieder außen rum gefahren über Zaton Dolna. Hier müsst ihr übrigens unbedingt ein uriges Cafe besuchen: Wiejski-Kocur, vor allem Katzenliebhaber werden begeistert sein. Aber es war schon spät und ich wollte jetzt nur noch den Sonnenuntergang von meinem schönen Plätzchen aus genießen. Ich parkte und dann sah ich ihn auch schon: Krecik und sein leicht angeheitertes Herrchen, der sich richtig freute mich zu sehen. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass die Freude gegenseitig war, denn den Abend mit diesem lustigen Gesellen, der dann auch gleich bemerkte, ich könne hier doch nicht alleine schlafen, stand so gar nicht auf meinem Programm. Nach ein wenig Plauderei begann ich einfach meine Abendroutine, den Sonnenuntergang verpasste ich allerdings haarscharf. Ich begann geschäftig, mein Klapprad und die Tasche umzuladen, mein Buch herauszusuchen, einen Tee zu kochen, aber Kreciks Herrchen blieb stumpf in meiner Minicampertür stehen, lehnte sich fast wankend an meinen Türrahmen und folgte all meinen Handlungen interessiert.

Traumstellplatz unter Anglern an der Oder

Ich beschloss, dass ich hier keine Ruhe haben würde und dass es besser wäre vorne zur Brücke zu fahren. Die ist zwar von Anglern gut besucht, aber alles ist besser, als so eine Belagerung. Und siehe da, er lieferte mir auch gleich den Grund für meine Abfahrt. Er zeigte mir in seinem Handy eine Sturmwarnung für heute Nacht (ich hatte davon nichts gehört und zweifelte das auch an, aber mein Polnisch belief sich bis jetzt auf nur ein Wort: Krecik – kleiner Maulwurf, darum verstand ich den Text leider nicht.) Er verstand total, dass ich im Angesicht des nahenden Sturmes unmöglich unter den Bäumen stehen könnte und wies auf eine kleine Lichtung im Wald, hundert Meter weiter. Na sicher, da werde ich ihn ja noch weniger los. Und so wünschte ich ihm einen schönen Abend und meinte, dass ich den Sturm lieber unter freiem Himmel verbringen würde. Die Enttäuschung sah man ihm deutlich an, aber ganz ehrlich, ich war nur froh wieder meine Ruhe zu haben. So hatte ich eine ganz wunderbare Nacht unter den Anglern und konnte sogar meine Tür mit Mückenspirale offen lassen und direkt auf die Oder gucken. Und trotz der Grenzbrücke zu Schwedt, den paar Häusern und vor allem Samstagabend und den ganzen Anglern war es unglaublich ruhig. Auch ein ganz toller Stellplatz an der Oder!!! Und kein Herrchen von Krecik in Sicht!

Natürlich findest Du diesen Platz auf meiner Karte. Und auch auf der wunderbaren App Stayfree. Hier gibt es jede Menge Plätze zum frei stehen!

An der Oder entlang auf polnischer Seite:

Über Widuchowa, einsame Feldwege, das kleine Dorf Marwice mit den hunderten Schwalben, die um die Dorfkirche kreisen, über weitere kleine Sträßchen an einem Weiher mit Kormoran vorbei, schließlich wieder über die Oderbrücke bei Gryfino zurück auf die deutsche Seite.

Bist Du mit dem Camper unterwegs oder ein Fan von Brandenburg? Wo hat es Dir besonders gut gefallen? Ich freue mich, wenn Du etwas in den Kommentaren teilst!

Hilfreiche Tipps zum Minicamper Leben, findest Du auf meiner Packliste für Minicamper Touren.

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Hier findest Du alle Reiseberichte zur Uckermark, zum unteren Odertal, Oderbruch und der märkischen Schweiz:

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (1): Nationalpark untere Odertal. Traumstellplatz in Alt Galow & eine einsame Badestelle bei Stützkow.

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Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (3): Nationalpark unteres Odertal – Begegnung im Tal der Liebe, Krecik -mein erstes polnisches Wort & eine Nacht unter polnischen Anglern an der Oder.

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (4): Nationalpark unteres Odertal – eine einsame Badestelle, vier Wanderparkplätze, die sich für die Nacht eignen & Tipps zum Freistehen!

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