Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (4): Nationalpark unteres Odertal – eine einsame Badestelle, vier Wanderparkplätze, die sich für die Nacht eignen & Tipps zum Freistehen!

Einsame Badestelle am Dobberziner See by Birgit Strauch

Mit dem Minicamper direkt an die Badestelle, schon fast dekadent!

Einsame Badestelle am Dobberziner See by Birgit Strauch

Ich liebe es, solche Plätze zu entdecken. Und wenn ich sie dann gefunden habe, also einen einsamen, wunderschönen See mit klarem Wasser, Fischen, Seerosen und dann auch noch mit dem Auto an einer kleinen, für den Moment dann meiner ganz persönlichen Badestelle parke, dann denke ich meist, dass kann doch gar nicht sein, hier wird gleich jemand kommen und meckern. Aber wenn dann auch noch ein Auto hält, ebenfalls mit einem Hundebesitzer und ein nettes Pläuschchen über diesen schönen Ort und das die anderen Seen einfach zu voll sind uns so, beginnt. Ja, dann fühle ich mich nicht nur reichlich beschenkt, sondern auch noch herzlichst Willkommen.

Ich denke es wird nicht allen so gehen, aber ich bin immer ganz vorsichtig mit dem Auto in der Natur. Ich möchte irgendwie nicht stören, also die Mäuse, Schlangen, Vögel… möchte keine Pflanzen umfahren. Ich erleben öfter, manchmal von Anglern, manchmal einfach nur von anderen Besuchern, dass sie so gar nicht diese Achtung haben. Aber wenn es denn dann einen Feldweg gibt, hin zu einem einsamen Plätzchen, dann möchte ich den auch befahren und natürlich auch direkt am See stehen oder auf dem Feld oder am Waldrand übernachten.

Diese Badestelle am Dobberziner See, östlich von Angermünde, habe ich natürlich auf meiner Karte verzeichnet.

Es ist ein heißer Samstagmorgen in den Sommerferien und trotzdem kaum was los. Aber natürlich als ich ein paar Tage später hierher zurück kam, nachmittags, da waren die kleinen Badestellen alle belegt, mit immer jeweils einem Auto und Familien. Also früh kommen und dann erlebt man diesen absoluten Luxus. Und was ich sehr liebe, einfach nackig in den See springen, aber eben auch nur, wenn ich so gut wie alleine bin. So FKK mit vielen Leuten ist gar nicht mein Ding.

Wie ihr allerdings an der Schräglage meines Autos seht, der perfekte Stellplatz für die Nacht ist dies hier nicht. Man kann auch nicht großartig anders parken, denn der Feldweg muss ja frei bleiben. Aber ich hatte das Gefühl, dass hier schon immer mal wieder Angler nächtigen.

Und dann hatte ich auch noch das große Glück ein Prachtexemplar einer Ringelnatter zu sehen. Wenn man so oft draußen ist, wie ich keine Seltenheit, allerdings normalerweise verscheucht Arya meine Begegnungen mit Wildtieren, so dass ich sie meistens nicht fotografieren kann. Diesmal war sie allerdings mit ihrem Ball beschäftigt.

Die Stellplatzsuche – allgemeine Tipps:

Natürlich sind die Apps Park4Night oder StayFree ganz hilfreich bei der Suche. Aber nicht immer sind die Plätze dann auch so wie beschrieben oder eben voll oder die Ansprüche & Prioritäten der einzelnen Camper sind eben auch sehr unterschiedlich, was der eine mag, gefällt dem anderen so gar nicht. Oder sie sind so gut, dass sie auch gut besucht sind.

Für mich zählt vor allem Ruhe, also keine Straße und keine Musik oder feiernden Menschen. Ich muss nicht unbedingt alleine stehen, aber wenn man zusammen mit Wohnmobilen steht, die dann den Fernseher oder das Radio aufdrehen in der Natur, wo ich völlig zufrieden damit bin, den Vögeln oder dem Wind-in-den-Blättern-Rauschen zu lauschen, fördert das nicht besonders meine Entspannung!

Im allgemeinen taugen die meisten Wanderparkpätze zum freistehen, die sind nachts oft ganz leer und hier steht man in der Regel ganz offiziell und keiner sagt etwas. Besonders in Brandenburg, Uckermark, Oderbruch ist mir wieder mal aufgefallen, wie leer die Gegend ist. Auf Rügen dagegen wird man auf den meisten Parkplätzen, vor allem bei denen am Meer ein Übernachtungsverbot finden.

Dann fällt mir auf, wie viel mehr ich entdecke, wenn ich Gegenden öfter besuche. Manchmal fahre ich nur zum Spaß Feldwege oder Waldwege ab und merke mir die kleinen Lichtungen oder Parkbuchten fürs nächste Mal. Immer wenn ich „nur“ in den Wald oder zum See fahre, halte ich immer nach Stellplätzen Ausschau. In der Region Heideseen südöstlich von Berlin war ich nun schon viele, viele Male und ja, manchmal stelle ich mich an die gleichen Plätze, aber fast immer entdecke ich auch einen Neuen! Also das in die Tiefe schauen lohnt sich so sehr!

Feldwege! Wenn man sich über Google Maps die Gegend anschaut, in die man fahren möchte, dann sieht man meist unendlich viele Wege durch den Wald und an Seen vorbei… Und wenn man dann da ist, dann sind viele davon nur für Land-und Forstwirtschaft oder Deichstraßen nur mit Sondergenehmigung oder einfach kleine Straßen mit Anlieger frei Schild, puh, das macht die Suche manchmal schwer. Aber meist gibt es Feldwege, die von Bauern und Jägern genutzt werden und hier kann man sich oft ganz wunderbar an den Rand stellen. Das mache ich oft, wenn ich spät Abends oder bei Dunkelheit noch schnell einen Stellplatz finden muss.

Auf sein Herz hören! Nicht jeder Platz ist schön, auch wenn er auf den ersten Blick gut aussieht. Darum hilft es mir anzukommen am Platz, Motor abstellen, aussteigen, etwas umhergehen und hineinfühlen. So bekomme ich eine Ahnung davon, wer den Platz sonst so besucht, was für Energien hier herrschen und ob es eine schöne, sichere Nacht wird. Ich finde, das kann jeder fühlen, ein guter Platz fühlt sich frei an, man kann sich innerlich ausdehnen. Ein Platz, an dem sich laute alkoholisierte, pöbelnde Menschen treffen oder ein Parkplatz wo nachts irgendwelche Geschäfte ablaufen (in Litauen erlebt), kann fürs Auge noch so schön sein, hat aber eine mulmige, unschöne Energie.

Wenn dann mal jemand vorbei kommt! Mir ist aufgefallen, dass es von Vorteil ist, die Menschen, die gucken kommen, sofort freundlich zu begrüßen und auch klar zu sagen, hey, wir übernachten hier und sind morgen früh wieder weg, ich hoffe wir stören sie nicht. Die Jäger, Bauern, Förster oder auch nur Anwohner sind immer ganz beruhigt, wenn sie merken dass wir „nett“ sind, vielleicht ein bissl verrückt, aber eben völlig ungefährlich. Ich merke richtig, wie sie manchmal skeptisch oder auch neugierig ankommen und dann aber, wenn ich sie freundlich begrüße, vielleicht etwas verwundert oder belustigt sind, aber noch nie ein Problem mit mir hatten. Und oft entwickelt sich auch eine nette Unterhaltung und man erfährt vielleicht etwas über die Gegend.

Für alle Camper unter Euch mit großen Wohnmobilen, hier zwei ganz ruhige Parkplätze, wo man sicher die Nacht verbringen kann:

Der Parkplatz in Criewen war sogar tagsüber in den Sommerferien ganz leer: Auf meiner Karte und auch auf der App: https://www.stayfreeapp.com/

Und etwas weiter nördlicher bei Mescherin gibt es auch einen Parkplatz, der zwar schöner ist, mit Bänken und Mülleimern, aber an der Straße liegt. Dennoch, auch hier gibt es viel Platz und es war wenig los trotz Sommerferien, für große Camper geeignet. Natürlich auch auf meiner Karte eingezeichnet!

Zwei weitere Parkplätze im Unteren Odertal sind der Parkplatz am Hang bei Stützkow und für kleine Camper bei Alt Galow.

Bist Du mit dem Camper unterwegs oder ein Fan von Brandenburg? Wo hat es Dir besonders gut gefallen? Ich freue mich, wenn Du etwas in den Kommentaren teilst!

Hilfreiche Tipps zum Minicamper Leben, findest Du auf meiner Packliste für Minicamper Touren.

Hier habe ich, je nach Jahreszeit zusammen gestellt, was ich auf meinen Touren mit dabei habe. Wie z.B. den Kocher, Toaster, Kühlbox, Power-Station, Tarp, Beleuchtung, Hängematte…

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Hier findest Du alle Reiseberichte zur Uckermark, zum unteren Odertal, Oderbruch und der märkischen Schweiz:

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (1): Nationalpark untere Odertal. Traumstellplatz in Alt Galow & eine einsame Badestelle bei Stützkow.

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (2): Nationalpark unteres Odertal. Freistehen am Hang, Blick in einen Bienenstock, der Stolper Turm & das Fuchs und Hase Fahrradcafe.

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (3): Nationalpark unteres Odertal – Begegnung im Tal der Liebe, Krecik -mein erstes polnisches Wort & eine Nacht unter polnischen Anglern an der Oder.

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (4): Nationalpark unteres Odertal – eine einsame Badestelle, vier Wanderparkplätze, die sich für die Nacht eignen & Tipps zum Freistehen!

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (5): Penkun, Waschbären, die stille Oder & wenn man sich nicht in seiner Mitte befindet.

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (6): Oderbruch – morgens unter Kühen, Kulturhafen Groß Neuendorf & ein Patti Smith Gefühl Kienitz.

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (7): Märkische Schweiz – ein Waldsee, die Wolfschlucht, ein erschrockener Jäger & eine Nacht auf dem Feld.

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (8): Oderbruch – Wildcampen an einem kleinen Oderstrand & das mystische Kirchencafe in Kienitz.

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (9): Oderbruch – magischer Baasee, freistehen im Wald & das Schiffshebewerk von Niederfinow.

Mit dem Minicamper ins östliche Berliner Umland (10): unteres Odertal – Stolpe, Stolzenhagen & eine Traum-Nacht am Wasser, über Seelenfunken & warum es so gut ist, manchmal alleine zu sein!


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