Bolivien (1/5) – La Paz: Gehängte Puppen und die Straße des Todes

Ruta de la muerte Strasse des Todes by Birgit Strauch Bewusstseinscoach & Shiatsu

La Paz

Ich habe mich selten an einem Ort so unwohl gefühlt, wie in La Paz. Daran mögen die tristen Vorstädte mit ihren unverputzten Mauern und matschigen Schotterstraßen schuld sein, vielleicht auch die dunklen Regenwolken und der kalte Wind. Es wirkte alles kalt, unfreundlich und ein wenig unwirtlich auf mich.

Auch die lebensgroßen Puppen, die wie Erhängte die Laternenpfähle zierten, mit Schildern um den Hals, dass Diebe angezündet werden, trugen nicht dazu bei, dass ich mich wohler fühlte.

Aber ich wollte auch nicht in La Paz bleiben. Ich kam aus Peru und wollte nur kurz übernachten und eine Fahrt für den nächsten Tag auf der Straße des Todes (Span.: Ruta de la muerte) organisieren. Im Hostal Republica bezog ich für 25€ ein urgemütliches Zimmer und gleich nebenan befand sich ein kleines Reisebüro in das ich genau eine Minute, bevor es schloss hineinstolperte und meine Tour über die Straße des Todes für 40€ inklusive Mittagessen buchen konnte. Glücklich darüber in La Paz nur eine Nacht bleiben zu müssen, zog ich los zu einer kurzen Erkundungstour. Seht selbst, interessant war es auf jeden Fall. Ich will La Paz jetzt aber auch nicht schlecht machen, es soll auch schöne Ecken geben, bloß da war ich nicht.

Am nächsten Morgen ging es endlich wieder raus aus der Stadt. Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Busfenster. La Paz liegt in einem Talkessel. Die Menschen, die neu ankommen und hier leben wollen, müssen sich meist erst einmal mit den sehr zugigen, im kalten Wind gelegenen Häusern an den Felswänden zufrieden geben. Und hier auf 4000m Höhe ist es oft kalt und windig. Auch ich trug an diesem Morgen eine Winterjacke.

Ruta de la muerte

Diese Straße trug den Namen, da wahrlich viele Menschen von ihr abgekommen und  in die Tiefe, in den Tod gestürzt waren. Dies geschah, als diese an den Berghang gebaute Straße, die einzige Verbindung von La Paz zum im Tal liegenden Coroico war. Vor allem, weil damals hier auch Gegenverkehr herrschte. Unvorstellbar, denn 2 Autos nebeneinander hatten kaum Platz und Leitplanken sucht man vergeblich. Heute fahren hauptsächlich Touristen auf Mountainbikes die gut 3000 Höhenmeter hinunter ins Tal. Ich zog es vor, im Minibus zu sitzen und zu fotografieren. Oben auf 4600m Höhe am La Cumbre Pass herrschte Regen und Kälte.  Allerdings später, als wir in Coroico angekommen waren, herrschte Bikiniwetter.

Mit dem richtigen Guide ist es völlig harmlos, die Straße mit Mountainbikes zu befahren. Man bekommt sogar einen Anzug gegen den Schlamm und der Guide fährt vor, damit man weiß, wo man bremsen muss und nicht versehentlich doch vom Weg abkommt und in den Abgrund segelt. Aber die Kälte muss man mögen. Wie gesagt, ich blieb im Bus und genoss die Fahrt von hier aus.

Unten angekommen erwartete uns ein kleines Buffet in einem kleinen Hotel mit Pool. Mir war allerdings nach einem Spaziergang und was für ein Glück, dort traf ich nämlich auf einen anhänglichen Hundefreund. Die anderen aus meiner Gruppe fuhren dann zurück nach La Paz und mich lies unser Fahrer an einer Straßenkreuzung raus, wo ich einen Bus nach Coroico erwischen konnte.

 

Buchempfehlungen für Bolivien:

Bolivien kompakt (kleiner Reiseführer von Reise Know How)

Bolivien: Die schönsten Wanderungen und Trekkingrouten. 52 Touren (Rother Wanderführer)

Reise durch einen einsamen Kontinent: Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile (Taschenbücher)

Reise Know-How Landkarte Bolivien (1:1.300.000): world mapping project

 

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Januar 3rd, 2017

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