Herbstreise – Natur, Gespräche & inneres Wachstum (6/6): Soulmates & wie man ihnen begegnet! Nebenbei ein bissl Allgäu, Rothenburg ob der Tauber und traumhafte Minicamper Stellplätze.

Rothenburg ob der Tauber by Birgit Strauch

Burgruine Hopfen am See, wir erkunden das Allgäu

Die Ruine ist absolut nett für eine kleine Hunderunde mit Aussicht am frühen Morgen oder auch ein schönes Picknick. Auch Arya hatte Spaß auf den alten Mauern herumzuklettern, ich bin immer wieder erstaunt über ihre Unerschrockenheit auf unseren Touren, im Gegensatz zu ihrer Ängstlichkeit in der großen Stadt (Berlin). Nur leider hört man von hier oben die Straße recht laut. Darum entschließe ich mich auch zu keiner weiteren Erkundung am See.

Aufstieg auf den Grünten – Allgäu wegen Überfüllung geschlossen!

Ach herrje!!! Es ist Samstag, ein warmer Sonnentag im Herbst und irgendwie ist der halbe Allgäu plus die ganzen Touris, wie ich natürlich auch einer bin, unterwegs auf die Berge. Wir kommen gegen zehn Uhr hier an, nach einer Irrfahrt durch ein Fabrikgelände in Österreich, ja so etwas passiert manchmal, wenn man sich auf die Suche nach neuen Plätzen begibt. Den Grünten entdecke ich zufällig, bin einfach einer kleinen Straße in die Berge gefolgt. Wir passieren einen riesigen Parkplatz und schrauben uns weiter in die Höhe zu einem kleinen Wanderparkplatz (siehe Karte) mit Aussicht. Sicher schön für eine Nacht, aber kostenpflichtig und an diesem Samstag brechend voll. Wir ergattern eines der letzten Plätzchen und begannen mit dem steilen Aufstieg. Ja, ich wollte Wandern, aber einfach nur hoch und später wieder runter, ist jetzt auch nicht so ganz mein Ding. Ich nahm es dann mal sportlich, na und Arya ist ja eh immer begeistert und hat Power ohne Ende.

Aber, die Spitze haben wir uns dann doch nicht angetan. Und das lag gar nicht so sehr an mangelndem Ehrgeiz, bin doch ein Steinbock, sondern eher an den Menschenmassen, die sich auf den Grünten hinauf quälten. Ich zog eine Bergkuppe gegenüber des Grüntenvor, auf der ich ganz alleine für mich ein wenig meditieren konnte und die Stille genießen durfte.

Ehrlich gesagt war ich unglaublich verwundert über all die Menschen, die wie eine Herde dem Gipfel entgegen kraxelten, anstatt die Ruhe in der Weite zu genießen. Mein Entschluss stand fest, ich würde heute nicht versuchen, hier im Allgäu einen schönen, ruhigen Stellplatz für die Nacht zu finden.

Eine ganz ruhige Nacht zwischen Wald und Sonnenblumen

Wie gut tat die Menschenleere hier in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber. Kaum Autos auf den Straßen, oder Jäger, oder Wanderer. Ich war so froh das überfüllte Allgäu hinter mir gelassen zu haben. Natürlich findet ihr den Stellplatz auf meiner Karte.

Und hier beginnt auch schon die Magie hinter der Geschichte, wie sich meine Wege mit einer verwandten Seele kreuzten.

Was ich noch nicht wusste war, dass im Hintergrund das Universum oder was auch immer, an seinen göttlichen Fäden zog. Denn ich befand mich absolut im Modus des sich Treibenlassens. Auch Rothenburg ob der Tauber wollte ich nur besuchen, da mir die schwärmenden Worte meines Daddys noch in den Ohren klangen. Über die wunderschönen Fachwerkhäuser, die mich dort erwarten würden, wusste ich eher nichts. Ich folgte nur einem inneren Sog, so ein Ziehen des Schicksals oder so.

Was für ein Glück, dass ich gerade offen und innerlich frei war, um diesem „Ziehen“ lauschen und nachgeben zu können. Mal wieder zeigte mir das Leben, wie unglaublich wichtig es ist, Freiraum zu haben, vor allem innerlichen um sich dem Leben hingeben zu dürfen.

Aber nun die ganze Geschichte: Ich erwachte Sonntags an diesem wunderschönen Sonnenblumenfeld am Waldrand. Im Gegensatz zur letzten Nacht, wo doch immer wieder Autos dicht an mir vorbei fuhren, hatte ich herrlich gut geschlafen. Nun war ich schon wieder ein paar Tage ohne Dusche im Minicamper unterwegs und nicht mehr ganz so frisch. Für den Wald frisch genug, aber da es ja heute in die Stadt ging, gönnte ich mir eine Dusche am Waldrand. (Mit dem Sea To Summit – Outdoorshampoo, auch prima für Wäsche oder Geschirr). Ganz untypisch für mich ist es mich zu schminken, wenn ich mit dem Camper unterwegs bin. Aber heute hatte ich Lust auf ein bissl Lippenstift und Wimperntusche. Mein Plan war um 9.00 Uhr früh in Rothenburg zu sein, um die Stadt beim Erwachen zu erleben. Normalerweise ziehe ich das auch durch, aber heute trödelte ich irre rum, ganz untypisch für mich. Putzte da noch ein wenig am Auto rum, schaute noch mal für ein paar Seiten in mein Buch, streunte mit Arya im Sonnenblumenfeld herum und plötzlich ein innerer Impuls und dann wollte ich auch ganz schnell los. Über Google Maps wählte ich einen Parkplatz aus und fuhr los. Herrlich diese leeren Straßen.

Rothenburg ob der Tauber – eine verwirrende, unerwartete Begegnung.

Er erzählte mir im Nachhinein, dass ich ihm am Parkscheinautomaten aufgefallen war, als wir dort zusammen standen. Ja, ich kann mich erinnern, dass da jemand Angenehmes neben mir gestanden hatte. Aber genauer erinnere ich mich an den Mann, der an meinem Auto vorbei ging und dann hemmungslos von meiner Arya angesprungen wurde. Er nahm´s gelassen und hatte darum sofort meine Sympathie. Am Rothenburger Stadtplan trafen wir uns wieder und es ging gar nicht anders, als ein paar Worte zu wechseln, worauf er mich dann zu einem Frühstück einlud.

Was für eine herrliche Begegnung. Wie vermisste ich heute manchmal schöne Begegnungen auf Reisen, da viele Menschen so mit ihrem Smartphone und den Leuten daheim verbunden sind, dass sie irgendwie blind durch die Gegend reisen. Die Älteren von Euch, die noch ohne Internet aufgewachsen sind, werden mich verstehen. Aber dann, nach den ersten ausgetauschten Gedanken, was wir so machen und wie wir die Welt sehen, da war gleich klar, er war nicht nur irgendeine Begegnung, hier saß eine verwandte Seele vor mir. Und je mehr wir erzählten und uns anlachten, um so wärmer wurde das Gefühl, dass ich sogar schon dachte: also diesen Mann zu küssen, wäre bestimmt ganz wunderbar.

Nur irgendwie endete unsere erste Begegnung dann viel zu schnell. Das Frühstück war aufgegessen, er wollte noch gerne eine Radtour machen und ich in die Stadt ziehen, um Photos zu machen. Dann noch eine herzliche Umarmung und weg war er. Die nächsten Stunden schwebte ich durch Rothenburg, wandelte in den alten Gassen oder über die hölzernen Stege der alten Stadtmauer. Ich hatte seine Nummer, ich hätte also anrufen könne und mich für den Abend verabreden können. Gäbe es eine romantischere Kulisse, als diese Märchenstadt? Und was tat ich? Plötzlich wurde mir alles zu viel, mein aufgewühltes Inneres ebenso, wie diesen ganzen Menschen und witzigen fotografierwütigen Asiaten (ich liebe sie ja, nur manchmal ist eben alles Gewusel zu viel!) Ich hatte es plötzlich ganz eilig in meinen Minicamper zu steigen, in meine Höhle und laut Musik hörend, mindestens 300 Kilometer zwischen uns zu bekommen.

Da stand ich dann, in Trockenborn – Wolfersdorf und blickte den Vollmond an.

Vollmond war es, absolut ruhig auf dem Stellplatz am Waldrand. Bis auf ein Camperpärchen und ein Mädel aus dem Dorf mit seinem Hund, begegneten wir niemandem. Witzig war auch, dass mir die Gegend so bekannt vorkam und tatsächlich, ich war letztes Jahr schon einmal hier, nur auf einem anderen Stellplatz.

Es tat gut, hier einfach nur zu sein, in den Himmel & Mond zu schauen und mich über die Begegnung zu freuen. Auf der anderen Seite ärgerte ich mich über mich. Ich hatte irgendwie die Flucht ergriffen, und das natürlich nicht nur vor ihm, sondern vor allem vor meiner inneren Aufruhr. Und die, ganz blöderweise, hatte ich natürlich dabei, in meinem inneren Gepäck.

Die Natur, der Himmel und diese Aussicht von meinem Bett auf den Vollmond, halfen definitiv dabei, die inneren Wogen wieder zu glätten und wieder bei mir anzukommen, puh!

Sonnenaufgang, Blick von meinem Minicamper aus:

230 Kilometer lagen an diesem Tag noch vor mir, bis zu einem meiner Lieblingsplätze in Plaue an der Havel bei Berlin. Es zog mich so gar nicht nach Berlin zurück. Ich dehnte diese unglaublich ereignisreiche Herbstreise wirklich bis zum allerletzten Moment aus. Aber eine Nacht blieb noch!

Eine letzte Nacht in Plaue an der Havel

Einer meiner Lieblingsstellplätze, wenn ich auf dem Rückweg nach Berlin in der Nähe der Stadt stehen will. Leider hört man die Landstraße sehr deutlich, dabei muss man, um zu diesem Platz gelangen, eine halbe Ewigkeit über rumpelige Feldwege fahren.

Diesen Abend verbrachte ich dann damit, auf meinem Bett im Camper zu liegen, den Mond anzusehen und sicher drei Stunden lang mit Peter zu telefonieren. Es war so vertraut, als säße er neben mir. Was für eine Begegnung, mal sehen, was für Geschenke da noch so auf unserem gemeinsamen Weg liegen.

Jedes Mal bin ich beseelt von diesem schönen Ausblick. Jetzt gerade, wo ich diesen Bericht schreibe, merke ich, wie sehr mir das fehlt, wenn ich eine ganze Woche nicht draußen war. Mein Abschied von Berlin und der Stadtwohnung ist in Planung. Aber ich habe meinen Kids eine Verantwortung gegenüber und muss noch ein klein wenig warten, um genau zu sein noch vier Jahre. Eine gute Übung in Geduld und Annahme.

Zu den ersten fünf Artikeln meiner Herbstreise:

Herbstreise – Natur, Gespräche & inneres Wachstum (1/6): Bad Cannstatt – Über Freundschaft & ein Spaziergängle am Neckar.

Herbstreise – Natur, Gespräche & inneres Wachstum (2/6): Schwarzwald – Nebel, die Allerheiligen Wasserfälle und mein Schwesterherz.

Herbstreise – Natur, Gespräche & inneres Wachstum (3/6): Magisches Donautal – Zuwachs meiner Seelenfamilie.

Herbstreise – Natur, Gespräche & inneres Wachstum (4/6): Donautal – ein Traum-Stellplatz für Minicamper & über unsere Seelenfamilie.

Herbstreise – Natur, Gespräche & inneres Wachstum (5/6): Allgäu – Buchenegger Wasserfälle & über unsere Bestimmung! Weißt Du, wohin Du im Leben möchtest?

Herbstreise – Natur, Gespräche & inneres Wachstum (6/6): Soulmates & wie man ihnen begegnet! Nebenbei ein bissl Allgäu, Rothenburg ob der Tauber und traumhafte Minicamper Stellplätze.

Was ist Deine Bestimmung? Weißt Du, was Du nicht willst oder schon wohin Du willst? Ich freue mich, wenn Du etwas in den Kommentaren teilst!

Hilfreiche Tipps zum Minicamper Leben, findest Du auf meiner Packliste für Minicamper Touren.

Hier habe ich, je nach Jahreszeit zusammen gestellt, was ich auf meinen Touren mit dabei habe. Wie z.B. den Kocher, Toaster, Kühlbox, Power-Station, Tarp, Beleuchtung, Hängematte…

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