Unterwegs im Minicamper (5): Rügentrip Teil 3/3 – Eine traumhafte Nacht in der Spyker Bucht, ein magischer Buchenwald und Weitblick mit Seehunden vom Königsstuhl.

Rügen Victoriasicht mit dem Minicamper by Birgit Strauch Bewusstseinscoaching & Shiatsu

‌Ein Traumstellplatz in der Spyker Bucht

Das passiert, wenn man der Sonne entgegen fährt. Nach unserer Wanderung von Putgarten nach Vitt war es spät geworden und höchste Zeit einen Stellplatz zu finden. Ich fuhr einfach in den Sonnenuntergang hinein und landete so in der Spyker Bucht. Hier trafen wir auf wirklich liebenswürdige Rügener und Bonita schloss eine herzliche Hundefreundschaft mit einem voll süßen Rüden in ihrem Alter. Nach einem kurzen Beschnuppern zogen sie gemeinsam los, die Bucht zu erkunden. Eine Freude ist es, spielenden Hunden zuzusehen. Sie leben einfach im Moment, genießen was ist… Schön daran erinnert zu werden.

Nach einer Weile beschloss ich die nette Hundebesitzerin nach einem Platz für die Nacht zu fragen und sie meinte nur:“Bleiben Sie doch hier. Hier stören Sie doch keinen.“  Ihre Worte  verschafften mir ein wirklich gutes Gefühl für diese Nacht und ich parkte zwischen den Bäumen an dem kleinen Spielplatz. In einiger Entfernung gab es ein paar Häuser und auch eine Ferienwohnung Kontakt: Rothsprach, Dorfstr.30 18551 Glowe OT Polchow, 0175/165 24 26), die ich mir merken wollte, für den Fall, falls ich mal mit anderen Leuten hierher kommen würde. Sie befand sich wirklich an einem herrlichen Flecken auf Rügen, einfach Abseits von dem ganzen touristischen Trubel.

Auf der interaktiven Karte kannst Du ganz genau meine ganzen Stellplätze und Touren verfolgen. Bist Du auch im Minicamper unterwegs, wo übernachtest Du gerne? Bitte teile Deine Erfahrungen in den Kommentaren, ich würde mich riesig freuen. Vielleicht trifft man sich ja mal?

Rügen Spyker Bucht mit dem Minicamper by Birgit Strauch Bewusstseinscoaching & ShiatsuNachdem klar war, dass ich hier bleiben würde, genoss ich mit Bonita den Sonnenuntergang in dieser prächtigen, magischen Bucht. Wir waren nun alleine, nur der Wind, das Meer und die vielen Vögel.

Die Nacht war ruhig. Einige, an einer Hand abzählbare Autos fuhren an mir vorbei, aber niemand schien mich zur Kenntnis zu nehmen. Der Wind rüttelte ein wenig an meinem Auto, aber schön eingemummelt in unsere Schlafsäcke mussten wir noch nicht einmal die Standheizung nachts anhaben.

Am nächsten Morgen wurden wir geweckt durch das Schnattern der Enten oder Gänse, die scharenweise über uns hinweg flogen.

Für mich bedeuten solche Momente das Größte. Ich bin dann so dankbar, mein Herz ganz weit offen, angebunden an unsere Erde und durchflutet von einem tiefen Glück. Es war zwar kalt an diesem Morgen, vor allem der Wind, aber ich stand am Meer und guckte und guckte und guckte, bis meine Finger, die meine Kamera hielten, langsam eisig wurden.

 

Frühstück mit Aussicht

Da die Spyker Bucht ein Naturschutzgebiet ist, ist Campen hier natürlich verboten. Trotzdem lag leider auch hier eine Menge angewehter oder achtlos hingeworfener Müll herum, den ich morgens mit Bonita als Dankeschön an diesen wunderbaren Platz einsammelte. Trotzdem wollte ich niemanden auf mich aufmerksam machen und beschloss zum Frühstücken auf einen höher gelegenen Ort zu fahren, an dem ich am Abend zuvor vorbei gekommen war. Dieser würde sich sicher auch für eine Nacht als Stellplatz eignen. Du kannst ihn erreichen, wenn Du von der L30, wenn Du von Norden kommst, rechts in die Dorfstraße einbiegst. Der Betonplatz liegt dann recht bald auf der rechten Seite. Hier gab es zumindest kein Verbotsschild.

Ich bin ganz begeistert von meinem Campingkocher (Tisch-Gaskocher, Piezozündung). Ich hatte erst Hemmungen, ihn im Auto zu benutzen, aber die Flamme brennt ganz ruhig, er steht sicher und so fühlt es sich sicher an. Natürlich habe ich beide Fenster angekippt, denn beim Wasserkochen beschlagen sie auch schnell. Daheim hätte ich auch gerne einen Gasherd, ich bin immer wieder begeistert, wie schnell alles kocht oder brät. Und mit der Aussicht schmeckte meine Ei-Gemüse-Pfanne doppelt so gut.

 

Jasmund Nationalpark, Königsstuhl, Victoriasicht und ein magischer Buchenwald

Auf dem Weg zum Königsstuhl kommst Du links irgendwann an einem Parkplatz mit Aussicht und einigen Picknickbänken vorbei, hier lohnt sich auf jeden Fall ein kurzer Stopp. Am Königsstuhl angekommen, kannst Du links auf den großen Parkplatz (5,50€) fahren, wo es auch einen Wohnmobilstellplatz gibt oder Du kannst für nur 3,50€ bei den Hirschen am Gasthaus kleine Försterei parken. Von hier sind es nur fünf Minuten mehr Fußweg zum Beginn des Wanderweges.

Ich bin wie immer ins Blaue (ich liebe es einfach loszufahren und mich treiben zu lassen) nach Rügen gefahren und ich wusste gar nicht recht, was der Königsstuhl eigentlich ist. So wollte ich ihn schnell erreichen und wählte die kurze, gelbe Wanderroute. Das geht ganz schnell, vielleicht 20/30 Minuten, aber schön ist der breite Weg durch den Wald nicht wirklich. Man kann auch mit dem Bus direkt zum Eingang fahren, allerdings nicht mit dem PKW, zumindest gibt es hier keinen Parkplatz mehr.

Für 8,50 Eintritt bekommst Du eine traumhafte Aussicht und kannst natürlich ins Museum und in das kleine Kino. Bonita hätte hier draußen bleiben müssen und auch mir war nicht nach Menschen und „Menschengemachtes“. Darum starteten wir nach einer kurzen Kaffee und Kuchen Pause in einem Pulk redseliger Renter (sehr lustig!) Im Bistro zur Victoriasicht und dem Höhenwanderweg.

Wenn man sich die 8,50€ sparen will und wie ich keinen Wert auf das Museum legt, dann kann man einfach kostenlos zur Victoriasicht wandern, der Blick von hier ist genauso schön.

Der Höhenwanderweg war so richtig unser Geschmack, endlich unterwegs auf einem unbefestigten Trampelpfad. Er führt bis nach Sassnitz, aber wir mussten leider zurück zum Hagener Parkplatz. Der Abzweig ist nicht zu verfehlen und führt dann noch mal 3,8 km durch diesen traumhaften, magischen Buchenwald. Ich fand den Wald um diese Jahreszeit besonders anziehend. Ganz ruhig lag er da in dunklen Brauntönen und ab und zu schimmerte ein bisschen grünes Moos hervor. Der Weg führt die meiste Zeit an einem kleinen wilden, plätschernden Bächlein entlang.

 

Und so endet unsere viertägige Jungfernfahrt mit dem Dacia Dokker Minicamper. Ich bin begeistert. Es gab eine Menge schöner Momente, jede Menge Freiheits– und Glücksgefühle und auch noch eine Menge zu lernen. Sehr zufrieden bin ich mit meinem Bett, aber ich hatte viel zu viel Kram dabei und meine Ordnung erwies sich als sehr unpraktisch. Auf der nächsten Fahrt werde ich ganz anders packen und so Stück für Stück mein Leben im Minicamper perfektionieren. Es war die absolut richtige Entscheidung, einmal es überhaupt zu wagen und dann auch so einen kleinen unauffälligen und spritsparenden Dacia Dokker zu wählen. Ich glaube, ich werde viele ruhige Nächte haben.

Hier die zwei anderen Berichte über unsere Rügentour:

Unterwegs im Minicamper (3): Rügentrip Teil 1/3 – Eine Nacht auf dem Schlachtfeld von Gransee, Glücksgefühle & wir erreichen Altefähr auf Rügen.

Unterwegs im Minicamper (3): Rügentrip Teil 2/3 – Endlich Meer, Wellen und Wind! Neu Mukran, das verlassene Bug, ein Stellplatz mit Weitsicht & ein Wanderung von Putgarten/Kap Arkona nach Vitt.

 

Warst Du schon mal auf Rügen? Oder bist im Camper unterwegs? Was sind Deine Erlebnisse auf der Insel, wie hat es Dir gefallen. Was ist Dir wichtig beim Riesen? Ich freue mich riesig über Deinen Kommentar!

 

Und in Polen waren wir auch:

Unterwegs im Minicamper (7): Wintercamping in Polen – Heuscheuergebirge (2/2) – Wanderung zum Irrgarten von Bledne Skaly im Nebel & Startschwierigkeiten im Schlaubetal (die Batterie ist leer).

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.