Wildes Guatemala (15/15) Livingston: Eine lebhafte Stadt an der Flussmündung zum karibischen Meer.

Livingston Rio Dulce by Birgit Strauch Shiatsu & Bewusstseinscoaching

Livingston mit seinem karibischen Flair war eine ungemein lebhafte Stadt. Ich liebte sie vom ersten Moment an. Schon die Fahrt über den Rio Dulce, der Dschungel und die vielen Pelikane waren ein Erlebnis. Das Boot entließ mich an einem Steg und eigentlich sofort fand ich das perfekte Zimmer mit Ausblick über das Delta. Von hier konnte ich die Vögel und Fischerboote beobachten und zahlte mal wieder nur 50 Q für die Übernachtung. Klar, das Hotel hatte bessere Tage gesehen, aber die Aussicht und das Gefühl mitten drin zu sein, war mir wichtiger als eine frisch gestrichene Wand.- Lustigerweise wurde der Flur sogar gerade gestrichen.

Der Ausblick über die Mündung des Rio Dulce ins Meer war überwältigend. So viel Leben, die Wellen, der Wind und die Vögel… Livingston ist eine Stadt, die ich wirklich gerne noch einmal besuchen möchte. Durch den Wind und die vielen Vögel, die Trommelschule und die tanzenden Mädchen am Hauptplatz der Stadt, die vielen breit lächelnden Menschen, fühlte auch ich mich ungeheuer lebendig. Lebensfreude durchströmte meinen Körper, irgendeine wilde Kraft floss in meine Zellen. Ich war nur noch am fühlen, nicht mehr so sehr am denken. Und nein, ich habe nichts geraucht, das war einfach nur der wilde Wind hier. Kennt ihr so etwas?

Die Menge der Vögel war krass, so viele Möwen flogen durcheinander und warteten, dass von den Fischerbooten der ein oder andere Fischrest für sie abfiel. Ich habe mich in die schwarzen Fregattvögel verliebt, wie sie teilweise still im Auftrieb über dem Meer schweben. Da kam Sehnsucht auf, wie es wohl sein mag, so schweben zu können. Ein wenig wuchtiger und schwerfälliger dagegen taten sich die Pelikane, aber die haben sowieso schon lange, eigentlich seit ich in Mila 23 in Rumänien war, mein Herz erobert.

Vom Hotel aus hatte ich einen Blick in alle Richtungen. Auf dem einen Steg wurden Fische unter den wachsamen Augen der weißen Reiher und Pelikane getrocknet. Die Menschen hier machten einen sehr entspannten Eindruck auf mich. Sie hatten sich an diese irre Lebendigkeit, die überall in der Luft lag gewöhnt.

Bei einem Rundgang durch Livingston fielen mir die vielen Farbigen Menschen und ebenso, wie in Mexiko gab es jede Menge bunte Wandmalereien. Immer wieder hatte ich kurze Gespräche mit dem ein oder anderen. Leider war es auch hier nicht möglich, Photos von den Leuten zu machen. Auf der Hauptstraße, die ein klein wenig an eine Fußgängerzone in Deutschland erinnerte, mit all den Restaurants und kleinen Läden, fielen mir ein paar Touristen aus den USA auf, die mit ihren dicken Kameras und ihrem respektlosen Verhalten, in dem sie wild Photos von den Verkäufern machten, den Unmut dieser erregten. So wollte ich nicht sein, auf gar keinen Fall. Für mich bedeuteten Photos nicht nur die Erinnerung zu unterstützen, einen Moment festzuhalten, der schon im nächsten Augenblick für immer verloren war, für mich bedeuten Photos mehr. Sie sind Stimmungsträger, darum seht ihr auf meinem Blog häufig ein Motiv von vielen Seiten. Manche werden das nicht mögen, dann bitte einfach die Bilder übersehen. Ich liebe Bilder und Farben und die Gefühle, die auch ein Photo transportieren kann, manchmal mehr als Worte finde ich. – Aber es muss gut sein, natürlich.

Den Abend verbrachte ich im Restaurant Buga Mama, direkt am Wasser und war der glücklichste Mensch der Welt. Na, nerve ich Euch langsam? Aber ich fühlte mich fast wie verliebt. Genau, verliebt in das Leben! Ausgelöst durch die Vögel im Wind. – Zu der windigen und aufgewühlten Stimmung der Flussmündung, kam nun auch noch ein prächtiger Sonnenuntergang. Diese gefühlsaufgeladenen Momente sind die, in denen sich all die Strapazen einer Reise bezahlt machen. Jetzt gerade stze ich in Berlin an meinem Schreibtisch und schreibe über das Delta bei Livingston und ich kann wieder spüren, wie es war, als ich hier war. So was vergesse ich nicht.

 

Am nächsten Morgen erwachte ich bei einem wundervollen Sonnenaufgang über dem Meer, den ich von meinem Bett aus sehen konnte. Nur kurze Zeit später stand ich wieder auf dem Hotelbalkon, um bei noch besserem Licht, als am Abend vorher, die vielen Pelikane beobachten zu können. Vielleicht langweile ich Euch mit all diesen Vogel- und Pelikanbildern, aber ich war so fasziniert von ihnen. So viel Leben und Lebendigkeit, das hier überall durch die Luft schwebte und flatterte.

Ich hatte am Vortag mein Bootsticket nach Punta Gorda in Belize (250 Q) gekauft und mir außerdem im Migration Büro auf der Hauptstraße meinen Ausreisestempel für 80 Q besorgt. Das war ganz problemlos und ohne Wartezeit. Nun hatte ich noch bis 11.00 Uhr Zeit, ein wenig die Stadt Livingston zu erkunden, nachdem ich die meiste Zeit bis jetzt, bei den Pelikanen herum gehangen hatte. An dieser Stelle muss ich einfach mal kurz einen Lieblingssong von meinem Sohn und mir einfügen, denn da kommt auch ein Pelikan drin vor. Und nein nein, kein Kindersong.

Also falls ihr Lust auf Musik habt: Shaban & Käptn Peng: Sie mögen sich.

So, nun aber noch ein paar Bilder aus der Stadt Livingston. Die Bilder der traurigen, felllosen Hunde habe ich allerdings weggelassen. Dafür aber die Schildkrötenpanzer, die man als Souvenir kaufen konnte. Auch traurig, aber wenigstens können wir Europäer solche Andenken nicht mehr durch den Zoll bringen, ob das auch für die USA gilt, weiß ich gar nicht.

 

Und das sind die letzten Bilder von Guatemala. Knapp zwei Stunden später war ich in Belize. Ich weiß nicht, ob ich diese Bootsfahrt angetreten hätte, wenn ich gewusst hätte, dass wir mit einem offenen Miniboot bei so krassem Wellengang über das offene Meer fahren würden. Zwischendurch kreisten meine Gedanken immer wieder drum, ob ich es schaffen könnte, mit meiner Schwimmweste an Land zu schwimmen, falls wir kentern sollten. Meine Rettung war eine einheimische Familie, die hinter mir saß. Mit dem Vater hatte ich kurz gesprochen, als wir noch im sicheren Hafen lagen. Er hatte auf einem Schiff in Island gearbeitet und kannte sogar Hamburg. Als wir auf das offene Meer fuhren, bekamen wir eine Plane, zum Schutz gegen die spritzende Gischt. Dann sprangen wir mit unserem Boot über die Wellenhügel und krachten mit einem irren Rumms in die Täler, so dass ich betete, das Boot würde nicht entzwei brechen. Immer wieder hörte ich ihn hinter mir, wie er seinen Sohn aufmunterte und so tat, als wären wir auf der Krake auf dem Rummel. Seine Leichtigkeit und das Wissen, dass er das Meer durch seinen Beruf kannte, beruhigten mich ein wenig. Dennoch hatte ich schweißnasse Hände. Auch war es ein Problem, die richtige Sitzposition zu finden, denn auf Dauer tat der Sturz ins Wellental den Bandscheiben gar nicht gut. Die Überfahrt dauerte viel länger, als geplant, aber ich nehme es vorweg, natürlich erreichten wir Belize unversehrt. Ich war nur einfach solche Abenteuer nicht gewohnt. Hier also die letzten Bilder, danach musste ich meine Kamera wegen den hohen Wellen einpacken, denn die Gischt spritze über das ganze Boot.

Meine Buchempfehlungen für Guatemala:

Reise Know-How Guatemala: Reiseführer für individuelles Entdecken

Lonely Planet Guatemala (Country Regional Guides)

Reise Know-How Landkarte Guatemala, Belize (1:500.000): world mapping project

Im Land des ewigen Frühlings: Guatemala-Roman

 

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Meine Mexiko/Guatemala/Belize-Reise begann in Mexiko:

Mexiko 2017 (1/6) – Cancun – Isla Mujeres: Meeresschildkröten, Fregattvögel & eine Massage mit Meeresbriese.

Mexiko 2017 (2/6) – Bacalar, das Dorf an der Lagune Bacalar: Ruhe, Staunen, Hundefreunde – ein kleines Paradies.

Mexiko 2017 (3/6) – Bacalar: Eine Bootsfahrt über die wunderschöne klare Lagune der sieben Farben.

Dann über Belize:

Mexiko – Belize (1/3) – Guatemala 2017: Von Bacalar (Mexiko) über Belize nach Flores (Guatemala) in 11 Stunden.

nach Guatemala:

Guatemala 2017 (1/15) Flores im Lago Peten Itza: Cool Beans & San Telmo, bunte Kaffees zum Relaxen.

Guatemala 2017 (2/15) – Lago Peten Itza, El Remate & Biotop Cerro Cahui: Klares, kaltes Wasser, ein Fuchs (El Zorro gris) & ein kleiner Tukan ( Tucancillo Collarejo).

Guatemala 2017 (3/15) – Tikal: Nasenbären (Coatis), eine Vogelspinne, Brüllaffen & das Erwachen des Dschungels inmitten eindrucksvoller Mayaruinen.

Guatemala 2017 (4/15) – Chisec und die Höhlen von Bombil Pek: Endlich abseits des Touristenpfades, das Abenteuer beginnt! Tolle Hügellandschaft, wunderbare Menschen & angekommen im echten Guatemala.

Guatemala 2017 (5/15) – Lagunas de Sepalau bei Chisec: ein Waschsalon mit Aussicht, Leben auf dem Dorf in Guatemala.

Guatemala 2017 (6/15) – Laguna Lachua: Mehr Paradies geht nicht! Hier bracht man zum Fische beobachten keine Taucherbrille, so klar ist das Wasser.

Guatemala 2017 (7/15) – Barillas: Über das Busfahren & eine quirlige Kleinstadt in den Bergen Guatemalas.

Guatemala 2017 (8/15) – San Rafael la Independencia:  Kühe, Pferde, Esel, Schafe und ein ganz besonderes Geschenk für mich!

Guatemala 2017 (9/15) – Über San Miguel Acatan nach Tres Caminos:  Durch die wilden Berge der Cuchamatanes.

Guatemala 2017 (10/15) – Todos Santos Cuchamatan: Hier kann man relaxen, wandern und Männer in weiß-rot-gestreiften Hosen bestaunen.

Guatemala 2017 (11/15) – Sacapulas: Die Brücke am Fluss & ein romantisches Hotel in Guatemala-Original-Style.

Guatemala 2017 (12/15) – Lanquin / Semuc Champey: Traumhafte Natur-Swimming Pools im Dschungel.

Guatemala 2017 (13/15) – Biotop Chocon Machacas – Rio Dulce: ein Fluss voller Magie!  Meine Felsendusche, jede Menge Pelikane & ein Tag in der Hängematte

Guatemala 2017 (14/15) – Rio Dulce nach Livingston: Dschungel, Flussfahrt und Pelikane, Pelikane, Pelikane und Fregattvögel.

Guatemala 2017 (15/15) Livingston: Eine lebhafte Stadt an der Flussmündung zum karibischen Meer.

Von Guatemala über Belize:

Belize 2017 (2/3): Blue Creek – Besuch bei Judy und John, einer Mennoniten-Familie. „Hard work, strong ethics & deep roots“
Belize 2017 (3/3) – Corozal: Ein traumhaftes Meer, aber niemand ist drin!?!

Zurück nach Mexiko:

Mexiko 2017 (4/6) – Tulum: Traumfänger, Mayaruinen & eine typische Traveller Stadt. Herrlich zum Souvenir-Shoppen!

Mexiko 2017 (5/6) Coba: Ruinen, Cenotes (Höhlen mit Pools) & das Restaurant el Cocodrilo am See.

Mexiko 2017 (6/6): Playa del Carmen: 1h vom Flughafen Cancun entfernt – das mexikanische Mallorca.

 

 

 


April 10th, 2017

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