Wildes Guatemala (11/15) – Sacapulas: Die Brücke am Fluss & ein romantisches Hotel in Guatemala-Original-Style.

Restaurant Hospedaje Tujaal Sacapulas Guatemala by Birgit Strauch Shiatsu & Bewusstseinscoaching

Es zog mich Richtung Rio Dulce, ganz im Osten von Guatemala, aber noch war ich in Todos Santos Cuchamatan, also in den Western Highlands. Ein paar Tage würde ich wohl brauchen und abhetzen wollte ich mich auch nicht. Ich beschloss über Sacapulas und Semuc Champey zu fahren.

Sacapulas war ein weiterer Ort „Off the beaten Path“. Im Reiseführer klang es großartig, nach einem süßen Hotel (Hospedaje Tujaal), direkt am Fluss. Irgendwie war es das auch, aber eben im Guatemala-Style, in einer wenig umweltbewussten Gegend. Wenigstens wurde es ein wenig wärmer, nachdem ich die Highlands verlassen hatte.

Ich war immer wieder erstaunt, selbst in Gegenden, wo nicht der Tourismus boomte, aber es dennoch welche gab, die wegen der ruhigen Landschaft und der Schönheit der Natur kamen, dort wurde ganz penibel darauf geachtet, keinen Müll in die Büsche zu werfen und auch das Wasser rein zu halten. An der Lagune Lachua und auch Semuc Champey, sowie in den Cenotes in Mexiko, war das Baden mit Sonnenmilch verboten und Müll sah man auch nicht herumliegen. In einem Ort wie Sacapulas, der durchaus Charme hatte, sah die Welt dagegen ganz anders aus.

Die Hospedaje Tujaal hatte Charme, ein wenig in die Jahre gekommen, aber immer noch beliebt, bei frisch verliebten Pärchen, zumindest sah ich zwei. Ich fand es sehr gemütlich, mit all den Pflanzen und dem Ausblick vom Balkon auf den Fluss. Allerdings war die Brücke mit den lauten Metallplatten so skurril, sie war einfach verdammt laut. Und mein Zimmer hatte zwar irgendwie Fenster, aber auch nur ein paar, einige von den etwa 20 Quadratzentimeter großen Scheiben, die von einem Gitter eingerahmt waren, gab es nicht mehr. Im Erdgeschoss befand sich ein Restaurant, hier konnte man gute und originale Küche aus Guatemala genießen. Leider mit Abstrichen, denn das Fleisch war etwas zäh.

Von Todos Santos Cuchamatan bis Sacapulas habe ich vier Stunden gebraucht, mit zwei mal Umsteigen. Das erste Mal wieder an der Strassenkreuzung Tres Caminos, wo der Bus nach Huehuetenango schon da stand und dann noch mal in Huehuetenango. Das Umsteigen hier war ein wenig abenteuerlich, denn der Bus hielt nicht an einem Busbahnhof, sondern in irgendeiner Strasse. Aber ich liebe Herausforderungen. Ich sprach ein paar Leute an, die auch alle wussten, wo der Bus hielt, aber die Beschreibung war ein wenig kompliziert, es schien nicht direkt um die Ecke zu sein. Aber dann traf ich auf eine Frau, die zufällig auch dorthin musste. Und so hatten wir fünf Minuten und etliche Blogs ein tolles Gespräch, bei dem ich mein spanisch trainieren konnte. Ich erreichte sicher den Bus, der auf die langsam zahlreicher werdenden Passagiere wartete. Der Fahrer nahm meinen Rucksack und schnallte ihn auf dem Dach fest und ich setzte mich hinein. Gegenüber sah ich ein Schild mit Baño als Aufschrift, also Toilette. Ich überlegte noch kurz, ob ich es hier wagen könnte, meinen Rucksack alleine zu lassen. Huehuetenango ist eine Großstadt und ich fühlte mich nicht recht wohl in diesem Außenbezirk. Dann fielen mir die Frauen auf, die vor dem Baño herumlungerten, die allesamt kurze Shorts trugen, eher ungewöhnlich in diesem Teil Guatemalas, und auffallend roten Lippenstift. Als dann die Eine auch noch einen Mann ansprach und ihre Hand so merkwürdig hoch und runter bewegte, war mir klar, dass ich beinahe in einem Bordell aufs Klo gegangen wäre. Vielleicht kein Problem, aber so dringend war es mir dann auch nicht.

Richtig traurig stimmte mich die Flussverschmutzung in Sacapulas. Wenn man nach Westen schaute, sah man zwar den Fluss, aber hier versammelten sich auch die Geier und Hunde, um im Müll nach Futter zu suchen. Abends sah ich hier einen Jungen mit seinem Vater angeln, so als ob es diesen Müll und das verschmutzte Wasser gar nicht gäbe. Ich meine dieser Ort könnte ein Paradies sein, war er vielleicht auch mal, vor dem ganzen Plastik. Ich war traurig, besonders darüber, dass die Menschen das hier nicht wahr nahmen. Die Stelle, wo die Frauen sich und ihre Wäsche wuschen, lag Flussabwärts der Stelle, wo der Müll in den Fluss geworfen wurde. Wusste hier niemand, dass das sehr ungesund sein konnte?

Als ich nach Osten ging, sah ich die Frauen ihre Wäsche waschen und auch sich selber. Die älteren Frauen saßen oben ohne im Fluss. Eigentlich wollte ich ein bisschen Natur genießen, aber hier fühlte ich mich logischerweise unwillkommen. Ich würde auch keine Fremde in meinem Badezimmer haben wollen.

Nachmittags waren mir zu viele neugierige Schulkinder auf den Straßen unterwegs. Seit Tagen schon war ich in Orten unterwegs, wo sie eher weniger blonde Gringas sehen und langsam ging mir das angestarrt werden ein wenig auf die Nerven. So wartete ich bis zum frühen Abend und schon gleich hatte sich die Stimmung (vielleicht auch meine!!) gewandelt, es waren andere Menschen unterwegs. Meine Mission war den Marktplatz zu fotografieren und die Kirche, ohne Menschen zu verärgern und ich brauchte neue Flip Flops, meine Alten sind den Wanderungen im Bergland der letzten Tage zum Opfer gefallen. Und ich fand in einem Schuhladen tolle neue Flip Flops, die ich auch in Berlin tragen werde, für nur 4,50. Das waren unglaubliche Preise hier.

Nach einer recht lauten Nacht, da irgendwo gefeiert wurde, dem laut gackernden Truthahn unter meinem Fenster, und dem frühmorgendlichen Poltern der ersten Fahrzeuge über die Metallbrücke, machte ich mich recht bald auf den Weg nach Lanquin, der Ort bei den Lagunen von Semuc Champey.

Meine Buchempfehlungen für Guatemala:

Reise Know-How Guatemala: Reiseführer für individuelles Entdecken

Lonely Planet Guatemala (Country Regional Guides)

Reise Know-How Landkarte Guatemala, Belize (1:500.000): world mapping project

Im Land des ewigen Frühlings: Guatemala-Roman

 

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Meine Mexiko/Guatemala/Belize-Reise begann in Mexiko:

Mexiko 2017 (1/6) – Cancun – Isla Mujeres: Meeresschildkröten, Fregattvögel & eine Massage mit Meeresbriese.

Mexiko 2017 (2/6) – Bacalar, das Dorf an der Lagune Bacalar: Ruhe, Staunen, Hundefreunde – ein kleines Paradies.

Mexiko 2017 (3/6) – Bacalar: Eine Bootsfahrt über die wunderschöne klare Lagune der sieben Farben.

Dann über Belize:

Mexiko – Belize (1/3) – Guatemala 2017: Von Bacalar (Mexiko) über Belize nach Flores (Guatemala) in 11 Stunden.

nach Guatemala:

Guatemala 2017 (1/15) Flores im Lago Peten Itza: Cool Beans & San Telmo, bunte Kaffees zum Relaxen.

Guatemala 2017 (2/15) – Lago Peten Itza, El Remate & Biotop Cerro Cahui: Klares, kaltes Wasser, ein Fuchs (El Zorro gris) & ein kleiner Tukan ( Tucancillo Collarejo).

Guatemala 2017 (3/15) – Tikal: Nasenbären (Coatis), eine Vogelspinne, Brüllaffen & das Erwachen des Dschungels inmitten eindrucksvoller Mayaruinen.

Guatemala 2017 (4/15) – Chisec und die Höhlen von Bombil Pek: Endlich abseits des Touristenpfades, das Abenteuer beginnt! Tolle Hügellandschaft, wunderbare Menschen & angekommen im echten Guatemala.

Guatemala 2017 (5/15) – Lagunas de Sepalau bei Chisec: ein Waschsalon mit Aussicht, Leben auf dem Dorf in Guatemala.

Guatemala 2017 (6/15) – Laguna Lachua: Mehr Paradies geht nicht! Hier bracht man zum Fische beobachten keine Taucherbrille, so klar ist das Wasser.

Guatemala 2017 (7/15) – Barillas: Über das Busfahren & eine quirlige Kleinstadt in den Bergen Guatemalas.

Guatemala 2017 (8/15) – San Rafael la Independencia:  Kühe, Pferde, Esel, Schafe und ein ganz besonderes Geschenk für mich!

Guatemala 2017 (9/15) – Über San Miguel Acatan nach Tres Caminos:  Durch die wilden Berge der Cuchamatanes.

Guatemala 2017 (10/15) – Todos Santos Cuchamatan: Hier kann man relaxen, wandern und Männer in weiß-rot-gestreiften Hosen bestaunen.

Guatemala 2017 (12/15) – Lanquin / Semuc Champey: Traumhafte Natur-Swimming Pools im Dschungel.

Guatemala 2017 (13/15) – Biotop Chocon Machacas – Rio Dulce: ein Fluss voller Magie!  Meine Felsendusche, jede Menge Pelikane & ein Tag in der Hängematte

Guatemala 2017 (14/15) – Rio Dulce nach Livingston: Dschungel, Flussfahrt und Pelikane, Pelikane, Pelikane und Fregattvögel.

Guatemala 2017 (15/15) Livingston: Eine lebhafte Stadt an der Flussmündung zum karibischen Meer. 

Von Guatemala über Belize:

Belize 2017 (2/3): Blue Creek – Besuch bei Judy und John, einer Mennoniten-Familie. „Hard work, strong ethics & deep roots“
Belize 2017 (3/3) – Corozal: Ein traumhaftes Meer, aber niemand ist drin!?!

Zurück nach Mexiko:

Mexiko 2017 (4/6) – Tulum: Traumfänger, Mayaruinen & eine typische Traveller Stadt. Herrlich zum Souvenir-Shoppen!

Mexiko 2017 (5/6) Coba: Ruinen, Cenotes (Höhlen mit Pools) & das Restaurant el Cocodrilo am See.

Mexiko 2017 (6/6): Playa del Carmen: 1h vom Flughafen Cancun entfernt – das mexikanische Mallorca.


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